TV So., 1. April, 23.35 h, ARD
Spielfilm
Eine saubere Affäre
("Nettoyage a sec", F 1997, R: Anne Fontaine, D: Charles Berling, Miou-Miou, Stanislas Merhar u.a) Jean-Marie und seine Frau Nicole betreiben seit 15 Jahren eine chemische Reinigung und haben sonst nicht viel vom Leben. Ganz gegen ihre Gewohnheit verschlägt es sie in einen Nachtclub, wo sie auf den Transvestiten Loic treffen. Man ist sich sympathisch und Jean-Marie bietet Loic einen Job in der Reinigung an, mit ungeahnten Folgen für das Privatleben aller Beteiligten.

Mo., 2. April, 21.15 h, RTL II
Spielfilm
Drei von ganzem Herzen
("Three Of Hearts", USA 1992, R: Yurek Bogayevicz, D: William Baldwin, Kelly Lynch u.a) Eine aus Homoperspektive etwas zwiespältige Hollywood-Comödie: Weil sie von ihrer Geliebten Ellen verlassen wird, engagiert Connie den sympathischen Callboy Joe, der ihre Verflossene bezirzen, ihr dann aber das Herz brechen soll, damit sie reumütig zurückkehrt. Zunächst klappt alles wie geplant, dann aber verliebt sich unerwartet auch Joe in sein Opfer. Dumm gelaufen, Connie! Die Botschaft: "It's o.k., to be gay ... aber irgendwer muß nun mal am Ende gelackmeiert sein. Guess who!"

Di., 3. April, 20.15 h, tm3
Spielfilm
Nur wenige sind auserwählt
("Song Without End", USA 1959, R: Charles Vidor/George Cukor) Aufwendig inszeniertes Künstlermelodram um das Leben und die Liebschaften des Komponisten Franz Liszt. Soweit heterosexuell, so gut .... was aber wenige wissen: Die lesbische Schauspielerin Capucine (Prinzessin Caroline) gibt hier ihr Hollywood-Debüt an der Seite der Schwulen-Ikone Dirk Bogarde (Franz Liszt) unter der Regie des schwulen Regisseurs George Cukor (u.a. "Die Frauen", "My Fair Lady"). Sowohl Bogarde als auch Capucine spielten später homosexuelle Rollen in Produktionen, die für die lesbisch-schwule Filmgeschichte bedeutend waren: Bogarde in "The Victim" (1961) von Basil Dearden, Capucine in "Las Crueles" (1971) von Vincente Aranda.

Mi., 4. April, 20.45 h, Arte
Wdh: Sa., 14. April, 15.25 h, Arte
Dokumentation
Königin - ein Job für's Leben
(GB 2001, für das ZDF von Gerd Helbig) Die Queen feiert bald ihren 75. Geburtstag (am 21. April, by the way). Grund genug für einige Sender, uns mit Porträts und Dokumentationen zu ihrer Person zu überhäufen. Da die "Royals" noch immer eine große schwule (und lesbische) Fangemeinde hierzulande zu haben scheinen, sei neben der oben genannten noch auf folgende Sendungen hingewiesen:
Fr., 13. April, 11.30 h, N3: Hinter der Maske - Ihre Majestät Elisabeth II. Ein Psychogramm von Königshaus-Kenner Andrew Morton.
Do., 19. April, 20.15 h, ARD: Ein Leben für die Krone. Queen E. zum 75. Geburtstag. Ein (abendfüllender) Glückwunsch von Rolf Seelmann-Eggebert und Istvan Bury.

Mi., 4. April, 21.35 h, ORB
Porträt
Herr der Eitelkeiten – Wolfgang Joop
(von Peer Schnell) Modemacher Wolfgang Joop dürfte Deutschlands wohlhabendster Künstler sein. Mit Wohnsitzen in Monaco, New York und seiner Geburtsstadt Potsdam macht er der Zugehörigkeit zum "Jet Set" alle Ehre, wenn auch seine preußische Arbeitswut jeden Gedanken an Müßiggang und Urlaub verhindert. Seine Homosexualität (bzw. Bisexualität) hat der nicht immer uneitle Kreative übrigens nie bestritten.

Fr. 13. April, 16.00 h, VOX
Spielfilm
Restoration - Zeit der Sinnlichkeit
(USA 1995, R: Michael Hoffmann, D: Robert Downey Jr., Sam Neill, Meg Ryan, Hugh Grant, Sir Ian McKellen u.a.) Opulenter, bis in die Nebenrollen prominent besetzter Kostümfilm über das England des Restaurationszeitalters. Der junge Arzt und Lebemann Merivel genießt als Günstling des Königs Charles II. ein ausschweifendes Leben bei Hofe, fällt aber aufgrund einer Liebschaft in Ungnade und muß die Hauptstadt fliehen. Als Witwer und Vater einer Tochter kehrt er erst Jahre später in ein pestgeplagtes London zurück.

Fr. 13. April, 23.40 h, B1
Spielfilm
Die Kameliendame
(USA 1936, R: George Cukor, D: Greta Garbo, Robert Taylor u.a., nach dem Roman von A. Dumas) Die tragisch-schöne Geschichte einer schwindsüchtigen Kurtisane, die mit ihrem Edelmut und ihrer unbeirrbaren Liebe die anständige französische Gesellschaft beschämt: Aus Rücksicht auf den Ruf und die Ehrbarkeit ihres Angebeteten weist sie ihn zurück und zerbricht am Trennungsschmerz. Die "göttliche" Garbo zog in den 20er und 30er Jahren sowohl Männer als auch Frauen in ihren Bann und wurde zur lesbischen Ikone schlechthin.

Fr. 13. April, 23.45 h, Arte
Wdh.: Do., 19.4., 1.00 h, Arte
Spielfilm
Happy Together
(Hongkong 1997, R: Wong Kar-wei, D: Tony Leung, Leslie Cheung) Ein junges schwules Paar aus Hongkong hat es nach Argentinien verschlagen, wo sie sich in der ungewohnten Umgebung nur schwer zurechtfinden. Auch in ihrer Beziehung beginnt es zu kriseln. Der Film, der in Cannes eine "Goldene Palme" gewann, bildet Homosexualität mit einer im Kino noch immer seltenen Selbstverständlichkeit ab.

Sa., 14. April, 0.10 h, Arte
Porträt
George Michael
(D 1999, R: Niels Folte) Die heutige Folge von "Music Planet" dokumentiert den Werdegang des Popstars George Michael von seinen soften Anfangserfolgen mit der Gruppe 'Wham', über die gewagte Skandal-Single 'I Want Your Sex' (1986) bis hin zum "Herrentoilettenskandal" in L.A. (1999), der zu seinem unwiderruflichen Outing führte und auf den er mit einem musikalischen Befreiungsschlag reagierte ('Outside').

So., 15. April, 21.45 h, ZDF
Spielfilm
Contact
(USA 1997, R: Robert Zemeckis) Die brillante Astronomin Ellie Arroway (Jodie Foster) beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit der Frage: "Sind wir allein im Universum?". Mit riesigen Radarantennen lauscht sie in den Weltraum, um nach Signalen außerirdischer Intelligenz zu suchen. Dank ihres reichen Gönners Hadden (John Hurt) gelingt ihr das Unglaubliche: Sie entschlüsselt eine Nachricht mit dem Bauplan eines Raumschiffes. Doch wer wird die Reise antreten, an deren Ende der erste Kontakt der Menschheit mit außerirdischer Intelligenz steht?

Di., 17. April, 20.15 h, tm3
Spielfilm
Das Bildnis des Dorian Gray
(D/I 1969, B+R: Massimo Dallamano, D: Helmut Berger, Herbert Lom u.a.) Eine vergleichsweise gelungene filmische Adaption des berühmten Oscar-Wilde-Romans um einen selbstverliebten Jüngling, dessen Eitelkeit ihm zum Verhängnis wird. Dallamano verlegt die Handlung ins London der 60er Jahre und gibt seinem Hauptdarsteller - dem offiziell bisexuellen Pasolini- und Visconti-Liebling Helmut Berger - reichlich Gelegenheit, mit nacktem Oberkörper zu posieren und seine "verruchte" Schönheit zu zeigen.

Di., 17. April, 22.05 h, ORB
Spielfilm
Die Bankiersfrau
(Frankreich 1980, R: Francis Girod) Herausragend besetztes Gesellschaftsporträt nach einer authentischen Geschichte. Paris im Jahr 1921: Die schöne und kluge Emma Eckhert (Romy Schneider), die wegen einer lesbischen Liaison im Gefängnis saß, schafft trotz ihrer niedrigen Herkunft den Aufstieg in den französischen Geldadel und eröffnet eine eigene Bank. Doch ein einflußreicher Konkurrent (Jean-Loius Trintignant) setzt alles daran, sie zu ruinieren.

Di., 17. April, 22.15 h, SWR
Reportage
Zeichen der Zeit – Zwei Mamas und kein Papa
Wenn lesbische Kinderwünsche wahr werden. Ursula Ott und Valentin Thurn begleiteten neun Monate lang das Werden einer lesbischen Mutterschaft, von der Samenbank in einer Holländischen Klinik, über den Alltag des lesbischen Paares zwischen Insemination und Geburt, bis hin zum Wochenbett. Darüber hinaus wird die gesamte Problematik homosexueller Elternschaft aufgerollt. Rechtliche Fragen, Reaktionen der Gesellschaft, praktische Probleme, und gelebte Realitäten unterschiedlicher "Regenbogen"-Familienkonstruktionen werden beleuchtet. Vielversprechend, wenn die Doku die hohen Erwartungen erfüllt, die der ellenlange Ankündigungstext weckt.

Sa., 21. April, 20.15 h, ZDF
Spielfilm
Batman & Robin
Nein, auch im vierten Sequel der SF-Comic-Verfilmung dürfen unsere beiden Heroen nichts miteinander haben ... obwohl gerade "Sexy-George" Clooney als Batman und der schnuckelige Chris O'Donnel, der hier seinen Schützling Robin spielt, ein hübsches schwules Paar abgeben würden. Ganz keusch - dafür aber um so actionreicher - widmen sie sich stattdessen wieder mal der Errettung von Gothham City vor dem Bösen schlechthin, verkörpert von Mr. Freeze (Arnie-diesmal-nicht-good-guy-Schwarzenegger) und seiner Helferin Poison Ivy (Uma Thurman), welche die Stadt in eine Eiswüste verwandeln. Der US-amerikanische Verlag, der die Rechte an der Comic-Serie besitzt, hat übrigens kürzlich erst die Betreiber einer der zahlreichen Internetseiten verklagt, die Batman & Robin als schwule Kultfiguren stilisieren.

So., 22. April, 20.15 h, ARD
Fernsehkrimi
Tatort – Der Präsident
(D 2000, R: Thomas Bohn, D: Ulrike Folkerts u.a.) Es ist wieder soweit, ein neuer "UFO"-Tatort zur Hauptsendezeit. Lena Odenthals Vorgesetzter, Freund und Mentor, der Polizeipräsident Karl Kaysser, kommt bei einem Autounfall ums Leben; die Indizien deuten auf Mord. Kayssers autoritärer Nachfolger setzt Lena und Kopper bei ihren Ermittlungen seinen eigenen Mann vor die Nase. Wer ist löst den Fall, unser Kriminal-Duo ... oder ihr Gegenspieler?

So., 22. April, 0.30 h, WDR
Spielfilm
Serial Mom - warum läßt Mama das Morden nicht?
(USA 1993, R: John Waters, D: Kathleen Turner, Sam Waterston u.a.) Der vielleicht zugänglichste Film von Kult-Trash-Regisseur John Waters, dem "Meister des schlechten Geschmacks", der uns solche Highlights wie "Hairspray" und "Pink Flamingos" mit Devine bescherte. Erfrischend satirisch nimmt Waters in dieser doppelbödigen schwarzen Komödie die Kehrseite des bürgerlich-amerikanischen Vorstadtidylls aufs Korn: Eine perfekte Hausfrau und Mutter tötet aus durchaus moralischen Motiven - wenn ihr eine Nachbarin den Parkplatz wegschnappt, den Müll nicht trennt oder sonstwie unamerikanisch handelt. Ihre Mordwaffe dabei kann auch mal eine Lammkeule sein.

Do., 26. April, 20.15 h, VOX
Spielfilm
Liebe in jeder Beziehung
("The Object Of My Affection", USA 1998, R: Nicholas Hytner, D: Jennifer Aniston, Paul Rudd u.a.) Die Sozialarbeiterin Nina wird von ihrem chaotischen, langweiligen Geliebten schwanger. Da aber der nettere, gebildetere und humorvollere Mann in ihrem Leben ihr schwuler Freund und Mitbewohner George ist, beschließt sie kurzerhand, das Kind lieber gemeinsam mit ihm aufzuziehen. Das Problem: ihre Gefühle für George gehen bald schon tiefer, ihre Liebe erwidert allerdings er nur platonisch. Wer hat da wohl von wem geklaut: Die Geschichte erinnert schwer an "Ein Freund zum Verlieben" mit Madonna und Rupert Everett, der zwei Jahre später in die Kinos kam.

Fr., 27. April, 7.00 h, tm3
Show
Vorher-Nachher-Show - Laura und die Drag-Queens
Heute dürfen mal Drag-Queens und Transen in der Styling-Show Schminktipps geben, ihre Mode vorführen und der Moderatorin Gundis Zámbó den Unterschied zwischen Transsexuellen und Transverstiten erklären ... zur hausfrauenfreundlichen Sendezeit. Hurra, hurra, hurra!

Fr., 27. April, 20.15 h, Kabel 1
Western
Bad Girls
(USA 1994, R: Jonathan Kaplan, D: Madeleine Stowe, Mary Stuart-Masterson, Angie MacDowell, Drew Barrymore u.a.) Eine Bordellbesitzerin erschießt in Notwehr einen Kunden und flieht mit drei ihrer Angestellten vor den uneinsichtigen Gesetzeshütern. Reitend und schießend setzen sich die vier gegen ihre Verfolger und andere böse Männer zur Wehr und erkämpfen sich schließlich ein Happy End. Kein sonderlich einfallsreicher Plot in diesem "Frauenwestern", aber die gutaussehenden Schauspielerinnen und die "starken" Frauenfiguren (die miteinander recht glücklich sind) machen das Anschauen lohnenswert.

Texte Anne-K. Jung

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