Volksaufklärung im Verlagsprogramm

Während der Völklinger Kreis in diesem Jahr erstmals den Max-Spohr-Manager-Preis verleiht, ehrt das Schwule Museum den selbst nicht schwulen Verleger, der aber bereits vor einhundert Jahren mit seinen Verlagspublikationen wesentlich zur Emanzipation der Homosexualität beitrug, mit einer Ausstellung.

Der 1850 geborene Max Spohr verlegte ab 1893 schwule Emanzipationsliteratur in seinem Leipziger Verlag. Zu seinen ersten Publikationen gehörte zum Beispiel "Der Urning vor Gericht". Über viele Jahr blieb Spohr der einzige Verleger, der den Bereich schwuler Literatur systematisch pflegte, insgesamt wurden 120 Publikationen zum Thema Homosexualität vertrieben.

Dieses Engagement blieb für Spohr nicht ohne Folgen, Mehrfach wurde er wegen der Verbreitung unzüchtiger Schriften denunziert, angeklagt und auch verurteilt.

Die Ausstellung, die am 6. April um 19 Uhr im Schwulen Museum Berlin (Mehringdamm 61) feierlich eröffnet wird, berücksichtigt neben biographischem Material und der Arbeit des Verlags auch die Anfänge der Schwulenbewegung, die ersten Organisationen von homosexuellen und den Umgang mit Homosexualität in der Öffentlichkeit. Zu sehen ist diese Exposition, die vom Centrum Schwule Geschichte (Köln) in Zusammenarbeit mit der Magnus-Hirschfed-Gesellschaft erarbeitet wurde, bis zum 4. Juni 2001. Der Völklinger Kreis e.V. und das Schwule Netzwerk NRW unterstützen die Ausstellung als Sponsoren.

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Max Spohr