Schwule Schlammschlacht

In einem der vergangenen Hefte berichtete Gegenpol über die geplante Veranstaltung des Rostocker schwul-lesbischen Vereins "Light life", am 27. April 2001 mit einem schicken Dampfer nach Trelleborg zu schippern.

Leider wird das Ereignis von einem aufsehenerregenden Zwischenfall mit dem Namen überschattet. Ursprünglich sollte die Party nämlich "Gay-Loveboat" heißen. Der Name "Loveboat" jedoch ist von einem Kölner Veranstalter für dessen schwule Partys gesichert. Er mahnte "Light life" im Januar 2001 ab, worauf die Rostocker Veranstaltung sofort umbenannt wurde. Leider muß der Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Rostocker Szene aufzufrischen und mit neuen Ideen und Veranstaltungen die Stadt auch für seine schwulen und lesbischen Gäste interessanter zu machen, mit einer Schadensersatzforderung des Kölner Veranstalters rechnen.

Sicherlich ist die Rechtslage klar, da wollen die Rostocker auch überhaupt nicht dran rütteln. Doch warum müssen sich zwei Veranstalter schwuler Partys per Anwalt und Gericht streiten? "Light life" hat von den Kölner "Loveboat"-Partys nichts gewußt und nach der Abmahnung sofort reagiert. Das gleiche Ergebnis hätte ein Anruf aus Köln bewirkt.

Wenn wirklich Schadensersatz gezahlt werden muß, dürfte "Light life" in einer finanziellen Existenzkrise stecken. Unter diesem Gesichtspunkt sollte sich der Kölner Veranstalter wirklich Gedanken machen, ob ihm überhaupt Schaden entstanden ist und ob er sich nicht erst damit der Abmahnungsaktion selbst Schaden zufügt. Gemeinsam für Toleranz eintreten und hintenrum Konkurrenten ausstechen?

sfx

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