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Altmarkt unterm Regenbogen

Der CSD-Report

Alles anders beim sächsischen CSD

Der sächsische CSD 2001 war endlich einmal anders als die Jahre zuvor. Nicht nur voller, ansprechender und abwechslungsreicher, auch spielte in diesem Jahr das Wetter endlich mit und ließ Umzug und Straßenfest nicht ins Wasser fallen. Gegenpol hat für Euch ein paar Eindrücke zum CSD gesammelt.

Eröffnung am Freitag im Peaches

Für die Eröffnungsfeier wagte das CSD-Team etwas neues und verlegten die Veranstaltung von der traditionellen Scheune in die Cocktailbar "Peaches" in Nähe des Neustädter Bahnhofs. Das Konzept zwischen Showprogramm und gemütlichem Plausch war eine gute Idee der Organisatoren. Höhepunkt war die Travestieshow mit Gina. Allerdings stieß die Wahl des Veranstaltungsortes auf eine sehr gemischte Resonanz beim Publikum.

High-Life beim Straßenfest

Am Samstag traf man sich um 11 Uhr bei nicht gerade schönem, aber wenigstens nicht regnerischen Wetter am Albertplatz. CSD 2001 in Dresden Nach der kleinen Stärkung beim Sektempfang zog der Demonstrationszug dann von dort zum Altmarkt. Lautstark – diesmal auch mit Musik – forderten Lesben und Schwule beim Umzug Beachtung ihrer Rechte.

Auf dem Altmarkt fand dann anschließend, mittlerweile bei Sonnenschein, das Straßenfest statt. Erstmals in der Dresdner CSD-Geschichte konnte man vierstellige Teilnehmerzahlen verzeichnen. Dabei wurde nicht nur ein unterhaltsames Showprogramm geboten, an dem neben dem CSD-Team vor allem die Chemnitzer CheLSI nicht unerheblichen Anteil bei der Organisation hatte. Auch für das leibliche Wohl war ausreichend gesorgt, was nicht nur Schwule und Lesben auf dem Fest hielt, sondern auch jede Menge Heteropublikum anzog. Daß diese auch die zahlreichen Info-Stände besuchten, war ein durchaus gewollter Nebeneffekt. Soll heißen: der CSD in Sachsen hat Aufmerksamkeit erzeugt, auch wenn das nachfolgende Presseecho erwartungsgemäß etwas verhaltener ausfiel.

Höhepunkte ...

... auf dem Straßenfest waren zweifellos die beiden Auftritte von Helga und Elfriede, einer frechen Travestie mit den Power-Omis aus Chemnitz, die seit mehr als einem Jahr die Kleinkunstbühnen verunsichern. CSD 2001 in Dresden Gekonnt wurde gelästert und parodiert was das Zeug hielt. Dem Publikum jedenfalls hat es gefallen, spätestens bei "Barcelona" blieb kein Auge trocken.

Auch das "mind wave projekt" aus Chemnitz, das 1995 bei der CheLSI gegründet wurde, spielte live vor dem CSD-Publikum. Dabei versteht sich "mind wave" als künstlerisches Gesamtprojekt aus den Bereichen Show, Tanz, Varieté und Musik, in dem unterschiedliche Menschen ihre Kreativität ausleben können oder sich einfach mal ausprobieren wollen.

Der CSD ist politisch

Der Christopher Street Day ist mehr als eine große Party; politische Forderungen wurden nicht nur beim CSD-Umzug laut. CSD 2001 in Dresden Im Rahmen des CSD wurden auch einige politische Veranstaltungen angeboten, die von interessierten Gästen zahlreich besucht wurden. Direkt nach dem Straßenfest fand beispielsweise ein Polit-Talk zum Lebenspartnerschaftsgesetz und zum Transgendergesetz im Sächsischen Landtag statt. Getalkt wurde auch am Sonntag beim Polit-Brunch im Oosteinde. Unter der Moderation von Volker Müller-Veith diskutierten unter anderem Stefan Egeton (Theologe und Kulturwissenschaftler), Iris Nowak (Soziologin und Autorin) und Ralf Koppetzki (Veranstalter) mit dem Publikum über das Thema: "Szene - Befreiung oder Ghetto?" Sehr interessant war auch der Vortrag von Dr. Martin Dannecker, der am Donnerstag zuvor im Kulturrathaus über Probleme von Schwulen und Lesben referierte, denn trotz des "Schönen Scheins der Normalisierung" ist es für viele Homosexuelle noch mit erheblichen Schwierigkeiten und Diskriminierungen verbunden, wenn man sich seiner Umwelt gegenüber outet. Denn Toleranz scheint oftmals nur oberflächlich und vorgeschoben.

Full House in der ShowboxX

Nachdem man sich vom Umzug und Straßenfest erholt hatte, ging der CSD in der ShowboxX weiter. Ebenso wie die anderen Veranstaltungen, war auch die Party besser und gelungener als die Jahre zuvor. Die ShowboxX zumindest war brechend voll und es konnte auf den zwei Dancefloors bis in den frühen Morgen getanzt werden

Verlosung

CD-Cover: Pride 2001 Die beste Musik zu den diesjähringen CSD-Veranstaltugnen findet Ihr auf dem Sampler "Pride 2001". Gegenpol verlost in Kooperation mit rushclub.de vier dieser Doppel-CDs. Schickt uns eine eMail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , schreibt das Kennwort Pride 2001 in die Betreff-Zeile und schon nehmt Ihr an der Verlosung teil. Einsendeschluß ist der 20. Juli.

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