Verführerische Komödie aus Kanada

Man hat sich mit seinen Doppelleben gut arrangiert: man lebt lesbisch (oder schwul) in einer großen Stadt, die Eltern wohnen meilenweit weg und ahnen davon natürlich nichts. Die Situation dürfte wohl dem einen oder der anderen ein wenig bekannt vorkommen.

Maggie Das ist dann auch der Ausgangspunkt der Geschichte, die Regisseurin Anne Wheeler in ihrer romantischen Komödie "Better than Chocolate" erzählt. Maggie (Karyn Dwyer) hütet ihre Geheimnisse: Sie hat gerade ihr Jura-Studium geschmissen, weil sie lieber Schriftstellerin werden möchte, und sie ist lesbisch. Tagsüber arbeitet sie im lesbischen Buchladen "Ten Percent", wo sie auch wohnt, und steht Maggie abends im Szeneclub Cat's Ass auf der Bühne. Ihre sexuell frustrierte und schokoladensüchtige Mutter Lila (Wendy Crewson) ist ahnungslos und hofft noch immer auf Schwiegersohn und Enkelkinder, doch auch sie hat ein Problem - ihre Scheidung. Deshalb will sie mit Maggies Bruder Paul (Kevin Mundy) kurzerhand bei Maggie einziehen, die nun schnell eine Scheinwelt für ihre Mutter erfinden muß.

Die Ereignisse überstürzen sich: Maggie verliebt sich in Kim, Paul wird von Carla verführt, die Buchladenbesitzerin Francis wird von der Zensur schikaniert und hat keine Zeit vor die Offerten von Judy (Peter Outerbridge), die früher mal Jeremy hieß. Und Mutter Lila entdeckt, daß das Leben mehr zu bieten hat als Schokolade und daß Dildos auch glücklich machen können. Das Ergebnis: Ein Käfig voller Närrinnen... bis zum explosiven Happy End.

"Better than Chocolate" ist eine etwas andere romantische Komödie mit ungewöhnlichen, lesbischen Charakteren. Auch die politischen Aspekte, die in diese Geschichte eingeflochten sind, wie die Willkür der kanadischen Zensur, antihomosexuelle Gewalt oder die eigene Intoleranz von Lesben (oder Schwulen) zum Beispiel gegenüber transsexuellen Menschen, fügen sich nahtlos in die unterschiedlichen Handlungsstränge ein, ohne allzu konstruiert und plakativ zu wirken. Die Regisseurin Anne Wheeler will nicht belehren, sie erzählt vielmehr eine Geschichte. Dabei gelang ihr vielleicht kein großes Erlebniskino, aber Better than Chocolate "Better than Chocolate" ist ein verträumter, lockerer Film zum Wohlfühlen und Verlieben, garniert mit der Erkenntnis, daß Liebe viel besser ist - als Schokolade.

my

Better than Chocolate
Regie: Anne Wheeler
Canada, 1998
Kinostart: 8. Juli
z.B. Schauburg Dresden

Und was der Film nicht verrät:
5 Gründe, warum Schokolade besser ist als Sex
1. Gute Schokolade ist leicht zu bekommen.
2. Du bist nie zu jung oder zu alt für Schokolade.
3. Schokolade befriedigt Deine Begierden - erst recht wenn sie weich wird.
4. Mit Schokolade mußt Du niemandem etwas vortäuschen.
5. Schokolade wird nicht eifersüchtig, wenn Du mehrere Sorten gleichzeitig probierst.
Ergo: Mit Schokolade lacht das Leben.

Auf jeden Fall besser als Schokolade ist die größte Frauen-Party Deutschlands zum CSD in Köln am 3. Juli. Die ehemalige Schokoladenfabrik Stollwerck (Dreikönigenstraße 23, Köln-Südstadt) ist da genau die passende Location. Auf drei Dance-Areas auf drei Etagen heißt das Motto "Better Than Chocolate" mit Music von heißem Discosound bis House, Soul und Trance. Ein knackiges Lift-Girl fliegt die Tanzwütigen in die unterschiedlichen Disco-Ebenen. Als Höhepunkt gibt es überraschende Live-Acts, Tanzperformances und eine erotische Under-Wear-Show. "Better Than Chocolate" ist die pure Party-Verführung - Only for Women. Weitere Informationen gibt's bei Ursula unter Tel.: 0221-2409359.

Besser als Schokolade