Ob geoutet oder nicht, allein zu sein ist für viele junge Lesben und Schwule ein bekanntes Gefühl. „Anders“ zu sein reicht meist aus um zum Ziel von Spott und Beleidigungen zu werden. Die Angst die Situation zu verschlimmern lässt viele schweigen. Nach erschütternden Nachrichten über Selbstmorde homosexueller Jugendlicher in den USA hat Lady Gaga mit ihrer Mutter Cynthia die „Born This Way Foundation“ gegründet.

Gaga wurde in Ihrer Jugend selbst gemobbt: „Über mich machte man sich früher lustig, weil ich für sie entweder provokant oder zu exzentrisch war. Ich habe mich nicht eingefügt, und ich fühlte mich wie ein Freak.“ Cynthia hat miterlebt wie es sich anfühlt hilflos zu sein und mit ansehen zu müssen wie das eigene Kind gehänselt wird. Durch ihr Engagement möchte sie Jugendliche zur Offenheit und Toleranz inspirieren. Auf der Website, die am 1. März online ging, wird beschrieben, wie sich jeder einbringen kann. Ob man einen Erfahrungsbericht schreibt, sich an Projekten im Heimatort beteiligt oder spendet, jeder kann Gagas Kampf gegen Mobbing unterstützen und daran teilhaben. Auch die transsexuelle Jenny (22) wünscht sich mehr Unterstützung für diejenigen, die unter Mobbing zu leiden haben. Sie selbst hat schon häufig Erfahrungen mit Mobbing machen müssen. Als sie mit 16 anfing sich zu schminken und weiblicher zu kleiden begannen die Anfeindungen. „Ich wurde in der Schule immer „Schwuchtel“ genannt und runtergemacht. Ich hatte nicht viele Freunde. Mein Ego war kaputt. Ich wurde von allen Mitschülern angestarrt und beschimpft. Auf dem Dorf wird man schnell zum Ziel von Mobbing wenn man „anders“ ist.“ Die hasserfüllten Blicke sieht sie noch oft vor sich. Lange hat sie gebraucht über solche Feindseligkeiten hinweg zu kommen. Sie wurde mit ihren Problemen alleine gelassen und selbst ein Psychologe riet ihr, sie solle sich erst einmal anziehen wie ein richtiger Mann. „Ich hatte viele Selbstzweifel und wollte mein Leben beenden. Der Schmerz nicht dazu zu gehören und das Gefühl alleine auf der Welt zu sein, erdrückten mich. Ich fing an, Angst vor mir selbst zu bekommen und mich abzulehnen.“ Nach diesem Tiefpunkt beginnt Jenny eine Hormontherapie und teilt ihre Erfahrungen öffentlich mit einem „Hormontagebuch“ auf Youtube. Sie weiß wie es ist sich alleine zu fühlen und möchte deshalb anderen Jugendlichen Mut machen. Das Thema Mobbing hat in Deutschland noch nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. Jetzt beschäftigt sich eine Reportagereihe mit der Problematik. Dort wird Hilfe geboten und versucht einen Weg in eine freiere und tolerantere Zukunft zu finden.

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Wenn du Opfer von physischer oder psychischer Gewalt wurdest so findest du an folgenden Stellen Rat und Hilfe:

Gerede - homo, bi und trans e.V.
Prießnitzstraße 18, 01099 Dresden
Telefon: 0351/802 22 51
www.gerede-dresden.de

Rosalinde e.V.
Lange Straße 11, 04103 Leipzig
Telefon: 0341/879 69 82
www.rosalinde.de

different people e.V.
Hauboldstraße 10, 09111 Chemnitz
Telefon: 0371/500 94
www.different-people.de

BBZ „lebensart“ e.V.
Beesener Straße 6, 06110 Halle (Saale)
Telefon: 0345/202 33 85
www.bbz-lebensart.de

LSVD Sachsen-Anhalt
Walther-R.-Straße 31, 39106 Magdeburg
Telefon: 0391/543 25 69
www.sachsen-anhalt.lsvd.de

Maneo
c/o Mann-o-Meter
Bülowstraße 106, 10783 Berlin
Schwules Überfalltelefon: 030/216 33 36
www.maneo.de

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