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Tipp des Monats
Christopher-Street-Day auf N3

Sa, 9. Juni, 13.15 h, N3
Event
Die CSD-Parade in Hamburg
Ex-Liebe-Sünde-Moderatorin Andrea Thilo und ihr früherer Arbeitgeber Matthias Frings moderieren fast zwei Stunden lang live vom CSD in Hamburg, berichten über geschichtliche und aktuelle Hintergründe und zeigen Highlights von der Abschlußveranstaltung an den Sankt-Pauli-Landungsbrücken. Großes Lob an den NDR für die Wahl des Moderations-Duos ("Nein, nein ... in Berlin bitte nicht schon wieder Patricia Pantel !!!!")

Sa, 9. Juni, 23.25 h, N3
Spielfilm
Fire – Wenn die Liebe Feuer fängt
(Kanada 1996, R: Deepa Metha, D: Shabana Azmi, Nadita Das u.a.) Mit diesem mutigen Film über die Liebe zweier Frauen in Indien sorgte die kanadisch-indische Filmemacherin für Turbulenzen: In Indien wurde der Film kurz nach dem Kinostart aufgrund massenhafter Zuschauerproteste wieder zurückgezogen. In Indien gibt es für weibliche Homosexualität nicht mal ein Wort. Mehta erzählt in schönen, poetischen Bildern die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen zwei Schwägerinnen, die sich inmitten eines von harter Arbeit und Tradition diktierten Alltags einander zuwenden und entgegen allen Konventionen zuletzt zu ihrer Liebe stehen.

Sa, 9. Juni, 1.05 h, N3
Dokumentation
Vier Bären im Schnee
(D 1996, Film von Andreas Buhr) Der Filmemacher Buhr zeichnet hier sehr individuelle Porträts mehrerer schwuler Männer im Alter zwischen 50 und 65, die in ihrer Jugend noch unter den massiven Repressionen einer unaufgeklärten Gesellschaft zu leiden hatten, aber trotz aller Widrigkeiten zu einer schwulen Identität und Lebensform fanden.

Sa, 9. Juni, 2.00 h, N3
Spielfilm
Unser Weg ist der Beste
("La meilleure façon de marcher", Frankreich 1976, R: Claude Miller, D: Patrick Dewaere, Patrick Bouchitey u.a.) Marc und Philippe sind Lagerleiter in einer sommerlichen Ferienkolonie in der französischen Provinz. Marc gibt den autoritären Kommandeur, während der sensible, stille Philippe ihm gegenüber zunehmend in ein Hörigkeitsverhältnis rutscht. Als Marc zufällig die uneingestandene Homosexualität des anderen entdeckt, kann sich Philippe nur durch ein gründliches Outing von den Schikanen des Stärkeren befreien: Zum Abschlußball der Kolonie taucht er im Fummel auf. Der Skandal sprengt das Fest.

So, 3. Juni, 23.10 h, ARD
Spielfilm
Der codierte Mann
("Breaking the Code", USA 1997, R: Herbert Wise, B: Andrew Hodges nach seinem Roman: "Alan Turing: The Enigma", D: Derek Jacobi, Alun Armstrong u.a.) Um den Geheimcode der legendären deutschen "Enigma"-Verschlüsselungsmaschine zu knacken, stellt der britische Geheimdienst 1940 den begabten Mathematiker Alan Turing ein. Mithilfe einer von ihm entwickelte Rechenmaschine - ein Meilenstein auf dem Weg zum heutigen Computer - gelingt ihm das Unmögliche. Doch aufgrund seiner "allzu offen" praktizierten Homosexualität wird der verdiente Wissenschaftler von seinen Vorgesetzten schikaniert. Sein Verhältnis zu einem Stricher wird ihm schließlich zum Verhängnis: Dem Hochschullehrer wird öffentlich der Prozeß gemacht.

So, 10. Juni, 16.00 h, Sat 1
Serie
J.A.G. - Im Auftrag der Ehre
In der heutigen Folge mit dem Titel "Aussage gegen Aussage" ermitteln die Navy-Jurist/innen in den schnieken Uniformen zu einer folgenschweren Schlägerei in einer Homobar: Petty Officer Tiner gerät in den Verdacht, schwul zu sein, und riskiert damit seine Entlassung ("Don't ask, don't tell" ... oder wie war das noch gleich?). Sein Gegner Sergeant Galindez wird wegen Körperverletzung angezeigt und ihm unterstellt, ein militanter Schwulenhasser zu sein.

So, 10. Juni, 23.25 h, Arte
Wdh.: Mo, 11. Juni, 16.55 Uhr, Arte sowie Di, 19. Juni, 16.55 Uhr, Arte
Spielfilm
Lady Oscar
(Frankreich/Japan 1978, R: Jacques Demy, D: Catriona McColl, Barry Stokes u.a.) Eine recht erstaunliche Spielfilmproduktion nach einem beliebten japanischen Manga: Im Frankreich des 18. Jahrhunderts wird das Mädchen Françoise als Junge erzogen und Oscar genannt. Sie lernt den Umgang mit Waffen und tritt der Garde von Königin Marie-Antoinette bei. Hier gerät sie in Liebschaften und Hofintrigen, stellt sich in den Wirren der französischen Revolution aber auf die Seite des Volkes. In Frankreich wurde der Film lange nicht gezeigt, trotz unbestreitbarer Qualitäten in Form einer stimmigen, sehr opulenten Ausstattung, einer gelungenen Regie und durchweg guten Schauspielern.

So, 10. Juni, 23.35 h, ARD
Spielfilm
Kreuz und Queer
("Bedrooms and Hallways", GB/Frankreich/D 1998, R: Rose Troche, D: Kevin McKidd, James Purfoy, Tom Hollander) Nach ihrem vielbeachteten Low-Budget-Lesbenfilm "Go Fish" hat Regisseurin Rose Troche nun auch eine schwule Komödie abgeliefert, die 1998 beim Londoner Filmfestival den Publikumspreis gewann: Im London der 90er Jahre macht sich Leo, schwul und Single, auf die Suche nach der Liebe seines Lebens. In einer Männergruppe verliebt er sich in den äußerst attraktiven, aber heterosexuellen Brendan ... mit unerwartet turbulenten Folgen.

So, 10. Juni, 0.30 h, ZDF
Spielfilm
Kuß der Spinnenfrau
("Beijo da la muher aranha", Brasilien/ USA 1985, R: Hector Babenco, D: William Hurt, Raul Julia, u.a., nach einem Roman von Manuel Puig) In einem südamerikanischen Gefängnis teilen sich der schwule Schaufensterdekorateur Luis und der politische Häftling Valentin eine Zelle. So unterschiedlich sie auch sein mögen, nach und nach entwickelt sich zwischen beiden eine engere Bindung. Zwar soll sich der Träumer Luis durch das Aushorchen seines geschundenen Mitgefangenen die Freiheit erkaufen, aber längst schon empfindet er mehr für Valentin und nutzt den Deal mit der Gefängnisleitung, um ihm zu helfen. William Hurt erhielt für seine einfühlsame Darstellung des Luis einen Oscar.

Mo, 11. Juni, 22.30 h, N3
Fernsehkrimi
Tatort: Jagdfieber
(D 1998, R: Peter Schulz-Rohr, D: Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe u.a.) Die Überraschungsparty für den jungen, erfolgreichen Banker Markus entpuppt sich als Alptraum: Im Kofferraum seines Wagens ist die Leiche einer Kundin versteckt. Das Geld, das er in ihrem Auftrag deponieren sollte, ist verschwunden. Markus beteuert, er habe sie tot in ihrer Wohnung gefunden und hätte daraufhin kopflos reagiert. Seine Ehefrau Charlotte glaubt an seine Unschuld, nicht so Lena Odenthal.

Di, 12. Juni, 20.45 h, Arte
Dokumentation
Paar mit Hund
(Frankreich 1997, von Joelle van Effenterre) Bruno und sein Lebensgefährte Denis wohnen in Paris am Place de la Bastille. Denis ist Schauspieler und immer und viel unterwegs, Bruno ist ein recht erfolgreicher Maler. Mit impressionistischen Bildern wird der normale Alltag dieses "nicht ganz normalen" Paares nachgezeichnet, ihre Begegnung mit Brunos Eltern gezeigt, ihre "Wahlfamilie" vorgestellt.

Do, 14. Juni, 14.00 h, VOX
Spielfilm
Rette mich, wer kann
("Nada En La Nevera", Spanien 1998, B+R: Alvaro F. Armero, D: Maria Esteve, Laura Aparicio u.a.) Originelle Beziehungskomödie um die Rettungssanitäterin Carlota, die bei ihrer turbulenten Suche nach ihrem Traummann von ihrer lesbischen Freundin Juan – der sie ab und zu ihre Wohnung für Schäferstündchen mit der aktuellen Geliebten zur Verfügung stellt – tatkräftig unterstützt wird.

Mo, 18. Juni, 22.55 h, MDR
Spielfilm
Erdbeer und Schokolade
("Fresa y chocolat", Kuba,/Mexico/Spanien 1993, R: Tomas Gutiérrez Alea, D: Jorge Perugorría, Vladimir Cruz u.a.) Sinnliche und gefühlvolle Tragikomödie über kubanischen Alltag zwischen Liebe und verbohrten politischen Idealen. Der system kritische schwule Diego versucht, den scheuen Studenten David zu verführen. Dieser bespitzelt ihn zunächst im Auftrag der Partei, fühlt sich aber zunehmend zu Diego hingezogen und ist verwirrt von dessen ideologiefreier Liebe zu ihrem Land. TEDDY-Gewinner 1994.

Di, 19. Juni, 23.15 h, B1
Spielfilm
Sunday, bloody Sunday
(GB 1970, R: John Schlesinger, D: Peter Finch, Murray Head, Glenda Jackson) Eine geschiedene Karrierefrau und ein Arzt sind in denselben jungen Mann verliebt: einen Künstler, der seine Zeit pragmatisch zwischen Liebhaber und Liebhaberin teilt und beide dazu überredet hat, sich mit diesem Arrangement abzufinden. Beide wissen, daß er ihrer Liebe im Grunde genommen nicht wert ist, sind aber tief getroffen, als er ihnen zugunsten seiner Karriere kaltschnäuzig den Laufpaß gibt.

Mi, 20. Juni, 23.30 h, ARD
Reportage
Zeichen der Zeit – Zwei Mamas und kein Papa
Wenn lesbische Kinderwünsche wahr werden. Ursula Ott und Valentin Thurn begleiteten neun Monate lang das Werden einer lesbischen Mutterschaft, von der Samen-bank in einer Holländischen Klinik, über den Alltag des lesbischen Paares zwischen Insemination und Geburt, bis hin zum Wochenbett. Darüber hinaus wird die gesamte Problematik homosexueller Elternschaft aufgerollt ... rechtliche Fragen, praktische Probleme, und gelebte Realität unterschiedlicher "Regenbogen"-Familienkonstruktionen.

Do, 21. Juni, 21.45 h, 3sat
Kurzfilm
Wie sehr ich dich liebe
(15 min, O que te quero, Portugal 1998, R: Jeanna Waltz, D: Beatriz Batarda, Rafaela Santos) Zwei junge Frauen, die vor Jahren eine Liebesbeziehung miteinander verband, begegnen sich in einer Einkaufsstraße Lissabons. Ein kleiner, nachdenklicher Film über die Liebe und die Zeit.

So, 24. Juni, 23.35 h, ARD
Spielfilm
Immer Ärger mit der Liebe
("The sum of us", Australien 1994, R: Kevin Dowling u. Geoff Burton, D: Russell Crowe, Jack Thompson u.a.) Der 24-jährige Jeff Mitchell hat eine außergewöhnlich gute Beziehung zu seinem Vater. Der verwitwete Harry akzeptiert nicht nur die Homo-sexualität seines Sohnes, sondern unterstützt ihn auch darin, einen Partner fürs Leben zu finden. Die Männerwirtschaft von Vater und Sohn Mitchell gerät allerdings in Unordnung, als sich beide gleichzeitig verlieben. Warmherzige Komödie nach einem erfolgreichen Off-Broadway-Stück von David Stevens.

Texte Anne-K. Jung

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