Viel Motivation für die nächsten zwei Jahre

Logo: AIDS-Hilfe Dresden Nachdem die AIDS-Hilfe Dresden e.V. im letzten Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte, gibt es nun auch wieder einen (mehr oder weniger) neuen Vorstand. Zur letzten Mitgliederversammlung im März wurden Sylvia Urban und Ricardo Schulze, beide schon im vorherigen Vorstand vertreten, erneut ins leitende Gremium des Vereins gewählt. Carsten Schreiter stand nicht mehr als Kandidat zur Verfügung. Stattdessen wählte die Mitgliederversammlung Jana Urbank zum dritten Vorstandsmitglied.

Die 23jährige diplomierte Geographin ist bereits seit 1994 ehrenamtlich innerhalb der AIDS-Hilfe Dresden e.V. tätig: "Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, im Vorstand der AIDS-Hilfe mitzuarbeiten. Doch bis jetzt fehlte immer die Zeit und der Mut. Nun jedoch möchte ich die sehr wichtige Arbeit der AHD noch intensiver unterstützen als bisher". Daß sie dabei als Neuling auf zwei schon erfahrene Vorständler trifft, findet sie "eher beruhigend, da ich so erst einmal Zeit habe, mich mit den ganzen grundlegenden Sachen zu beschäftigen, z.B. Vereinsrecht. Ich hoffe natürlich, daß ich alles schnell lerne und die beiden kräftig bei ihrer Arbeit unterstützen kann." Mit der Arbeit des Vereins seit dem letzen Jahr ist Jana "sehr zufrieden", auch wenn sie der Meinung ist, "daß noch einige Dinge verbessert werden können, so sollten zum Beispiel langfristig mehr Mitglieder zur Versammlung erscheinen."

Sylvia Urban, mit zweijähriger Unterbrechung seit 1993 im Vorstand, geht mit frischer Motivation in ihre nächste Amtsperiode. Die letzten zwei Jahre erlebte sie als eine stark "durch Personalwechsel und inhaltliche Neuorientierung" bestimmte Zeit. Auch wenn dies nicht selten "Frust und Unverständnis bedeutete, sah ich die AHD zum ersten Mal als 'eins', so daß es Spaß machte zu kämpfen und eine Verläßlichkeit aufeinander ein sehr angenehmes Arbeitsklima entstehen ließ." Nach diesem Schritt ist für Sylvia die AHD "auch für die nächsten zwei Jahre der Ort, an dem ich mich als Person weiter einbringen möchte." Was die Problematik HIV/AIDS angeht, hat sie den Eindruck, daß dafür "auch kommunal wenig Raum in den Köpfen und den Medien ist. Noch immer ist es sehr schwierig, im 'normalen' Umfeld zu einer HIV-Infektion zu stehen."

Auch für Ricardo Schulze, Mitglied im Vorstand seit 1997, resultiert die Motivation für eine weitere Amtszeit aus der Konsolidierung des Vereins in den letzen zwei Jahren. Dadurch "beschränkt sich Vorstandsarbeit nun auf die eigentlichen Aufgaben". Außerdem arbeitete das Vorstandsteam zuletzt "relativ gut zusammen und trat zum Beispiel Mittelkürzungen der Stadt geschlossen entgegen". An der originären Aufgabe von AIDS-Hilfe hat sich seiner Meinung nach nichts geändert. Lediglich "die Situation ist eine andere als vor zehn Jahren – z.B. muß Prävention heute anders aussehen als damals, als es hauptsächlich um Informationsvermittlung ging." Nach seiner Meinung zur Problematik HIV/AIDS in Dresden und Umgebung gefragt, möchte er all denen sagen, die das nicht wahrhaben wollen: "Wir haben damit zu leben, wir finden HIV und AIDS in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft. Erschreckend finde ich den sorglosen Umgang der Pharmaindustrie bei der Anpreisung ihrer Therapien in den schwulen Gazetten."

Viel Motivation und klare Bahnen gibt es also – Bleibt nur, dem neuen Vorstand viel Erfolg und nicht zuletzt Spaß bei seiner Arbeit zu wünschen.

Neuer Vorstand der AHD