Sachsen

Wer lacht, hat noch Reserven!

Christopher Street Day. Was war das gleich noch? Ursprünglich forderten Homosexuelle an diesem Tag vom Rest der Welt Toleranz und Anerkennung in Bezug auf das "Anderssein". Zugegeben, in unseren Breiten hat sich da in den letzten Jahren viel bewegt. Homosexualität ist schon lange kein Tabu-Thema mehr. Und doch hat es einen bitteren Beigeschmack, wenn sich der CSD mehr und mehr zur Mega Open Air Party entwickelt. Schließlich sollte man sich nicht auf den gewonnenen Lorbeeren ausruhen. Um so lobenswerter, daß der diesjährige sächsische CSD in Dresden die Aufmerksamkeit wieder mehr auf den eigentlichen Hintergrund lenkt.

So beginnen die buntesten Tage des Jahres unter dem Motto "Wer lacht, hat noch Reserven" bereits am Donnerstag, den 7."Juni, mit der Auftaktveranstaltung im Kulturrathaus. Der Sexualwissenschaftler Martin Dannecker spricht bei seiner Vortragsveranstaltung über den Stand der Schwulenemanzipation und deren Geschichte seit Anfang der 70er Jahre.

Ebenfalls am 7. Juni startet die lesbischwule Filmreihe im Kino Casablanca. Bis einschließlich Sonntag werden jeden Abend unter anderem die Filme "Fucking Amal" oder "The Celluloid Closet" zu sehen sein.

Am Freitag, 8. Juni um 22 Uhr steigt die Eröffnungsparty. Als Novum findet eine Gay-Party erstmals im Peaches am Bahnhof Neustadt statt. Auf zwei Floors gibt es eine Dance- und eine Culture-Lounge, und außerdem eine LCD Performance und eine Travestie Einlage.

Höhepunkt ist natürlich traditionell der Samstag (9. Juni), wobei hoffentlich viele Mitstreiter kommen werden, um an der Demonstration teilzunehmen. Hier geht es um Masse, schließlich kann man mit knapp hundert Leuten kaum für mehr Toleranz in der Gesellschaft kämpfen. Also: Bitte vollzählig mit Freunden und Familie antreten. Los geht es um 11 Uhr am Albertplatz mit einem Sektempfang. Nach dieser feuchtfröhlichen Aufmunterung wird dann, dieses Jahr (hoffentlich) mit Musik, zum Altmarkt marschiert, bzw. gestöckelt, wo ab 14 Uhr das Straßenfest gefeiert wird. Ursprünglich sollte das Straßenfest auf dem Schloßplatz stattfinden, aber die Stadt und die katholische Hofkirche machten dem Vorbereitungsteam kurzfristig einen dicken Strich durch die Rechnung, denn Schwule und Lesben könnten den Eröffnungsgottesdienst zu den Festwochen zur 250-jährigen Weihe der katholischen Hofkirche stören (siehe auch Weiter-Link Interview mit dem CSD-Sprecher). So muß das Straßenfest nun auf den Altmarkt ausweichen, wo es aber hoffentlich auch von den Dresdner Bürgern bemerkt wird. Die Gäste und Zuschauer erwartet eine Party mit viel Musik, unter anderem mit den Sängern Stephan Runge aus Köln und Flip. Außerdem wird aus der Reihe der Weiter-Link "Jungs 2001" der schönste Sachse gekürt.

Ab 18 Uhr gibt es im Landtag eine Talkrunde zu dem neuen Lebenspartnerschafts- und dem Transgendergesetz. Um 20:30 wird im riesa efau "...darum werd ich manchmal ganz still" aufgeführt, ein musikalisches Spiel nach ein Märchen von Oscar Wilde.

Und schließlich lädt Onkel Ralf ab 22 Uhr zur "Großen CSD Dance Party" in die ShowBoXX. Premiere dort: Der 2. Floor wird eröffnet! Somit ist die drückende Enge der ShowBoXX etwas entschärft. Musik gibt es auch: Es legen für Euch auf: DJane Elli Pirelli aus dem LuLu Köln, DJ Tamas und DJane Witch aus Dresden.

Den Ausklang des CSD 2001 bildet am Sonntag Mittag der bewährte Politik Brunch. Diese Jahr geht es um das Thema "Szene – Befreiung oder Ghetto". Brauchen wir heute noch eine Szene? Gibt es überhaupt noch eine Szene?

Soweit das Programm des diesjährigen Christopher Street Day. Es wurde viel bewegt und geackert, um Euch ein anspruchsvolles Programm zu bieten. Belohnt es, indem Ihr Interesse zeigt und zahlreich teilnehmt. In lockerer Art und Weise soll gezeigt werden, daß es uns gibt, und daß wir einen erheblichen Teil der Gesellschaft darstellen. Und daß wir, so wie wir sind, akzeptiert werden wollen, sollte einmal im Jahr jeder zeigen können.

Viel Spaß wünscht Euch Euer Gegenpol!

sfx

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CSD 2001 Sachsen