Mark Illsleys sympathische Komödie "Happy Texas"

Sie waren die erklärten Lieblinge beim diesjährigen Sundance-Festival, und wer wollte dem widersprechen. Wie sich Frauenschwarm Jeremy Northam alias Harry und Steve Zahn als geistig eher unterbelichteter Wayne zwangsweise in ihre neue, nämlich schwule Identität hineinfinden, wie sie in diesem verschlafenen texanischen Nest namens Happy ihre Rolle bis zum bitteren Ende spielen – das alles ist nicht nur ziemlich komisch, sondern hat zuletzt sogar richtig anrührende Momente.

Szenenfoto aus Nun also kommt der amerikanische Independent-Hit auch in unsere Kinos - und das Schicksal der beiden entflohenen Strafgefangenen Harry und Wayne darf nun auch uns amüsieren. Weil sie sich ausgerechnet das Wohnmobil eines Männerpärchens mit ungewöhnlichem Beruf (sie organisieren Schönheitswettbewerbe für Kinder!) ausgesucht haben, dürfen sie sich nun mit rotzfrechen Gören ohne Taktgefühl in den Beinen herumschlagen, dürfen die adrette Bankchefin zwar anschmachten, aber ohne jede Hoffnung, erhört zu werden. Das sehnsüchtig von der Kleinstadt erwartete Paar (endlich ein Hauch von Glamour, Exotik und Weltläufigkeit in diesem Kaff!) ist mit seinem Doppelleben hart gestraft, aber immerhin verhilft es dem örtlichen Sheriff zu einem späten Coming-out.

Mark Illshleys Film, der klug mit Klischees aller Art spielt, ist eine äußerst sympathische Komödie geglückt. Vorhersehbar zwar in seinem Ablauf, aber mit netten Pointen und sehr liebenswert gezeichneten Charakteren.

Axel Schock

Happy Texas
Regie Mark Illsley
Mit William H. Macy, Ally Walker, Illeana Douglas
USA 1999
Kinostart 6. Januar

Szenenfoto aus Szenenfoto aus

Teilzeitschwul