Die Union entdeckt die Homos

Angela Merkel
Angela Merkel
Rita Süssmuth
Rita Süssmuth

Lange berief man sich in der CDU auf gesittete, christliche Lebensweisen, doch mit der Zeit kommt auch die große konservative Volkspartei nicht umhin, die Fakten anzuerkennen und man kann sich einer Öffnung und mehr Toleranz gegenüber Schwulen und Leben nicht mehr verschließen.

Von der Parteispendenaffäre überschattet und in den Hintergrund gedrängt, fand am 13. Dezember in Berlin der kleine Parteitag mit dem Thema Familienpolitik statt. Mit seinem familienpolitischen Leitantrag geht der Parteivorstand neue Wege:

So heißt es in Artikel 19: "Wir respektieren die Entscheidung von Menschen, die in anderen Formen der Partnerschaft ihren Lebensentwurf zu verwirklichen suchen. Wir anerkennen, daß auch in solchen Beziehungen Werte gelebt werden können, die grundlegend sind für unsere Gesellschaft. ... Dies gilt auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Wir werben für Toleranz und wenden uns gegen jede Form von Diskriminierung. Wir wollen prüfen, welche rechtlichen Hindernisse, die dem gemeinsamen Leben und der gegenseitigen Fürsorge im Wege stehen, beseitigt werden können.

Eine rechtliche Gleichstellung dieser Lebensgemeinschaften mit der Ehe lehnen wir ebenso ab wie die Schaffung eines eigenen Rechtsinstitutes."

Klare Worte, die zeigen, daß die gesellschaftlichen Veränderungen nicht ganz an der Union vorbei gegangen sind. Zwar gibt es auch Gegenstimmen, vor allem aus dem Lager des CSU, jedoch gibt es für diese liberalere Linie einige renommierte Fürsprecher. Zum einen die Generalsekretärin Angela Merkel, sowie die familienpolitische Sprecherin und ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, die in Ihren Ausführungen zum Teil sogar noch erheblich weiter geht.

Alles in allem, wenn es auch noch ein weiter Weg zum Ja zur Homo-Ehe ist, so ist es immerhin ein wegweisender Schritt in die richtige Richtung.

FeB

Bildquelle: CDU-Homepage: www.cdu.de

CDU im Wandel