Interview mit einem Badegast

Für Vor-Ort-Recherchen haben wir uns für Euch mit Handtuch und Diktiergerät bewaffnet und einen Ausflug an die Kiesgrube nach Leuben unternommen. Dort kamen wir ins Gespräch mit einem der cruisenden Badegäste...

Hallo, heute schon erfolgreich gewesen?

Naja, noch nicht, aber so lange bin ich ja noch nicht hier. Aber ich hab schon den einen oder anderen interessanten Typen entdeckt. Mal sehn, wie es sich entwickelt.

Bist Du oft hier?

Wenn es warm genug ist, fahre ich häufiger hierher an die Kiesgrube nach Leuben, die ist ziemlich verkehrsgünstig gelegen. Man kann auf jeden Fall mit der Straßenbahn hinfahren. Foto: black & white Man läuft die Salzburger Straße entlang und kommt zu zwei Seen. Besonders am hinteren kann man auch nackt baden oder sich einfach nur in die Sonne legen. Dort sind immer ziemlich viele Homos. Oder man geht ein Stück den Berg hinauf, dort gibt es im Gebüsch mehrere Liegeplätze, wo man sich entweder sonnen oder anderweitig vergnügen kann.

Welche schwulen Badeplätze kennst Du sonst noch?

Es soll auch noch einschlägige Badeplätze in Dresden-Zschertnitz und bei Pillnitz geben, aber dort bin ich selbst noch nie gewesen. Außerdem gibt es wohl an der Autobahn zwischen Dresden und Leipzig einen See bei der Abfahrt Naunhof, der gut besucht sein soll. Aber ohne Auto kommt man da leider nicht hin.

Wann lohnt sich denn ein Besuch?

Zu jeder Zeit, wenn schönes Wetter ist und natürlich das Grün schon gewachsen ist. In der Woche beginnt der Hochbetrieb meist so gegen 17 bis 18 Uhr, am Wochenende kann man auch schon vormittags hingehen.

Wie setzt sich das Publikum an der Kiesgrube zusammen?

Von alt bis jung ist alles dabei. Mal sind es wenige, manchmal auch um die fünfzehn Gäste, die durch die Gegend laufen. Jedenfalls lohnt es sich auf alle Fälle, immer mal wieder vorbeizuschauen und auch ein bißchen zu bleiben. Man trifft immer ein paar Typen, die sonst nicht so oft in der Szene unterwegs sind.

Findest Du schwules Baden besser als nächtliches Cruising in der Stadt?

Natürlich. Man kann tagsüber hingehen, weil es viel abgeschiedener ist. Es ist gut versteckt, deshalb kommen nur Insider hin. Man braucht also keine Berührungsängste zu haben.

Aber trotzdem ist es ein Badesee. Hier gibt es doch sicherlich auch Heteros. Wie kommen die mit den Schwulen aus?

Foto: black & white Es ist wohl schon bekannt, daß am hinteren Teil des Sees Schwule baden und sich sonnen. Ein Freund von mir ist mal an das andere Ufer geschwommen. Dort meinte ein Typ zu ihm, er habe ja nichts gegen Homos, aber die sollten bitteschön nicht zu den Heteros kommen. Es scheint also offiziell zu sein, daß im hinteren Bereich nur gutaussehende nackte Männer herumliegen.

Hast Du eine spezielle Bagger-Strategie?

Beim Baden überhaupt nicht, dort gibt es ja auch noch andere Leute, die sich nur sonnen wollen. Da kann man nicht so an die Sache herangehen. Am Einfachsten geht man auf den Hügel und spaziert nackt oder auch angezogen die Pfade entlang. Dann wartet man nur noch auf eindeutige Signale des Gegenübers und dann kann man sich im Gebüsch vergnügen.

Aha. Aber dann gibt es dort doch sicherlich auch Spanner ...

Natürlich. Wer damit ein Problem hat, sollte eben nicht hingehen. Es kommt oft vor, daß man von irgendwelchen Typen durchs Gebüsch beobachtet wird. Das ist ganz normal. Wem das nicht gefällt, der muß halt in eine Sauna gehen.

Aber ich habe zum Schluß noch eine Bitte an die Gäste! Manchmal sieht es am See ziemlich schmutzig aus, weil viele ihren Müll oder benutzte Taschentücher und Kondome einfach liegen lassen. Das kann die Lust am Sex komplett verderben. Also: nehmt Eure Abfälle bitte wieder mit heim...

Danke für das Interview und noch viel Spaß!

MaN

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Szene-Interview