Die schwul-lesbischen Filmtage in Dresden

Leonardo di Caprio als Arthur Rimbaud Im Dezember hatte der Gerede e.V. alle Filmfreunde zu den schwul-lesbischen Filmtagen in die Scheune und ins riesa efau eingeladen. Diesmal war die Filmauswahl etwas mehr auf einen breiteren Publikumsgeschmack ausgelegt als in den vergangenen Jahren, wo zumeist unbekannte und teilweise auch wenig interessante Filme gezeigt wurden. Die gestiegene Resonanz bei den Zuschauern spricht deutlich für den Erfolg des geänderten Konzepts. Fast waren die ausgewählten Räume für die gewachsene Zuschauerzahl zu klein, aber dann mußte man dann eben etwas enger zusammenrücken. Gezeigt wurden diesmal sechs Filme über Menschen, die ganz "normal anders" zu sein scheinen: ein bißchen verrückt und exzentrisch und doch immer irgendwie kreativ. Am Freitagabend war der Film "Chance to seal our love" der Chemnitzer Regisseurin Beate Kunath zu sehen, anschließend stellte sich die Regisseurin bei einer kleinen Diskussionsrunde den Fragen der Zuschauer.

Höhepunkte waren in dieser Woche allerdings nicht die Filme. Gerede hatte sich mehr vorgenommen, damit die schwul-lesbischen Filmtage in Dresden zum Erfolg für das Publikum und den Verein werden, und noch weitere Veranstaltungen organisiert. Nach dem Film "Priscilla - Queen of the Desert" in der Scheune pilgerte ein Großteil der Gäste ins nahegelegene Queen's, um dort mit den Songs von ABBA die Priscilla-Party zu feiern. Leider fanden nur Einzelne den Mut, auch wirklich im Fummel zu erscheinen - eigentlich schade. Am Samstag wurde der Film "Total Eclipse" mit Leonardo di Caprio gezeigt, anschließend gab es die Leonardo-Party im Riesa-Keller. Auf den Stargast des Abends selbst warteten die Gäste allerdings vergeblich. Leonardo war nur als großformatiges Poster, welches ziemlich unbeachtet und einsam an der Wand hing, zugegen. Wirklich vermißt hätte ihn an diesem Abend aber sowieso niemand, denn bis auf den Namen hatte der Veranstalter der im riesa efau regelmäßig stattfindenden Gerede-Party überhaupt nichts verändert. Leider wurde damit die Chance verpaßt, wieder ein wenig frischen Wind in diese Veranstaltungsreihe zu bringen.

Trotzdem darf Gerede die schwul-lesbischen Filmtage in Dresden als vollen Erfolg verbuchen, der schon neugierig auf die Fortsetzung im nächsten Jahr macht.

(MyZ)

Alle anders - alle gleich