Wo nur Liebe bleibt...

Szene aus

Berlin 1934. Es ist kälter geworden in der Szene, auch in der Stadt, die in den Golden Twenties das Mekka für Schwule und Lesben war. Aber noch gibt es die Parties, die Max so liebt. In der Nacht vor dem Röhm-Putsch feiert man in Gretas Club zum letzten Mal. An diesem Abend lernt Max einen attraktiven SA-Mann kennen; und obwohl er an seinem Liebhaber Rudy hängt, kann er der Versuchung nicht widerstehen. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Max' Eroberung wird von der SS in der Wohnung von Max und Rudy ermordet. Die beiden können entkommen und müssen auf der Flucht vor der Gestapo ein Leben im Untergrund beginnen.

Berlin und seine Bewohner haben sich verändert. Selbst Greta verbrennt ihre Garderobe und fängt als Georg ein neues Leben an. Aus der Illegalität nimmt Max Kontakt mit einem Verwandten auf und versucht, sich und seinen Liebhaber über die Grenze nach Amsterdam zu schleusen. Der vermeintliche Weg in die Freiheit führt die beiden letztendlich in das Konzentrationslager Dachau...

Zwischen Angst und Haß, Bedrohung und Hoffnungslosigkeit entstehen bis dahin unbekannte Gedanken und Gefühle. Um nicht ermordet zu werden, begeht Max schließlich Verrat an Rudy und auch an sich selbst. Szene aus

"Bent" ist ein Film, der ein bisher nur wenig beleuchtetes Kapitel deutscher Geschichte unter die Lupe nimmt. Jenseits von publikumswirksamen Spektakeln wie "Schindler's Liste" schildert der Streifen das Leben und Lieben schwuler Männer in einer Zeit, in der bereits das Wort "Homosexualität" besser unausgesprochen blieb. Ohne übliche Kino-Klischees zeichnet "Bent" ein erschreckend realistisches Bild jener Jahre. Ein anspruchsvoller Film, der nicht für die große Leinwand gemacht ist, aber der im Programmkino seine Zuschauer fesseln wird.

Marco