QuerFunk meldet sich zurück

Sascha beim Senden Am 23. August '98 huschte die vorerst letzte Sendung eher unbemerkt über den Äther. Dann schaltete sich das Schwule coloRadio mangels aktiver Mitstreiter selbst ab. Doch nun steht fest - eine neue Truppe will im November einen Neuanfang wagen. Myrko sprach aus diesem Grund mit Sascha Glathe, dem neuen QuerFunker:

Wir haben gehört, QuerFunk wird demnächst wieder auf Sendung gehen?

Ja, das stimmt! QuerFunk wird es nach der Pause erstmals am 26. November wieder geben. Das Programm muß jedoch erst eine Probefrist bestehen, bevor die endgültige Zustimmung der Redaktion erfolgt. Diese Frist dauert genau sechs Sendungen, danach muß ich mir überlegen, ob und wie wir den QuerFunk weiterführen. Im Moment sind wir motiviert genug, um möglichst gute Sendungen zu produzieren. Da wir aber immer noch zu wenig Leute sind, könnte sich die Lage schnell verändern, was ein erneutes Not-Aus bedeuten würde.

Die QuerFunk-Sendungen wirkten zuletzt doch zunehmend unmotiviert, die Zuhörer haben das sicher bemerkt und durch Nichthören quittiert. Was werdet Ihr anders machen als der alte QuerFunk?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ich denke, zu dieser Erkenntnis müssen die Hörer selbst kommen, indem sie ihre Vergleiche ziehen. Ich will damit sagen: Eine Sendung auf Dauer zu produzieren, ist nicht ganz ohne. Der alte QuerFunk hat rund drei Jahre ohne Unterbrechung jeden Monat gesendet. Meiner Meinung nach ist das schon eine beachtliche Leistung! Sicherlich litt zum Schluß die Qualität der Sendung, da sich keine Leute mit Ideen und genug Enthusiasmus fanden, diese Sendung weiterzuführen.
Wir wollen uns nicht messen oder vergleichen, hier geht es auch nicht um Ablehnung des alten Sendekonzeptes oder dergleichen. Wer schon einmal eine Sendung moderiert hat, kann mir in diesem Punkt vielleicht zustimmen. Als Moderator präsentiert man die Arbeit einer gesamten Redaktion. Man kann dabei leicht zum Prügelknaben der Kritik werden. Deshalb ist es schwer, großartige Vergleiche anzustreben, denn was ist, wenn man seine propagierte Meinung nicht einhalten kann?
Trotzdem hat QuerFunk natürlich ein Sendekonzept.

Wie wird das aussehen?

Nun, ich will nicht zuviel verraten: QuerFunk ist ein schwul-lesbisches Radiomagazin, das einmal im Monat bei coloRadio 100,2 MHz erscheint. Wir bringen Themen, die schwule und - das ist neu - lesbische Interessen aufgreifen und Auseinandersetzungsmöglichkeiten bieten. Brisante und tiefergehende Probleme sollen in Beiträgen, Interviews usw. zusammengestellt werden. Kurze und aktuelle Themen werden je nach Möglichkeit in knappe Redaktionsmeldungen verpackt, Veranstaltungstermine ebenso. Natürlich gibt es auch Musik, dazu sag ich aber nichts. Ein bißchen Überraschung muß natürlich noch für unsere "Erste" bleiben.

Wer arbeitet bei Euch mit?

Zur Zeit ist die redaktionelle Hauptarbeit zwischen meiner Technikerin Katharina Fischer und mir zweigeteilt, da im Moment noch recht wenige Leute da sind. Mit Markus Domula werden wir Themen auswählen, diskutieren und uns Recherchetips holen, da Markus zeitlich nur sehr begrenzt mitarbeiten kann. Auf alle Fälle ist eine Sondersendung zum Thema "Schwule spenden Blut" geplant - aber ich verrate schon wieder zu viel.

Wann werdet Ihr senden?

Wie senden jeden 4. Donnerstag im Monat von 22:00 bis 22:30 Uhr. QuerFunk feiert seine zweite Premiere am 26. November um 22:00 Uhr. Wir freuen uns auf Zuhören und Live-Anrufer.
Zum Schluß ist es mir noch wichtig zu sagen, daß auch weiterhin Leute für die redaktionelle Mitarbeit bei QuerFunk gesucht werden. Da QuerFunk nun als Radiomagazin für Schwule und Lesben geplant ist, liegt mir am Herzen, daß sich vielleicht auch noch Mädchen oder Frauen bei uns melden. Ihr könnt uns unter folgender Anschrift erreichen:

Radio-Initiative Dresden e.V.,
coloRadio,
Redaktion QuerFunk,
Schandauer Straße 64,
01277 Dresden.

Oder unter der Redaktionsnummer 0351-317 9225 (Sascha verlangen). Wir würden uns über weiteren Zuwachs freuen.

Sascha, ich danke Dir für das Gespräch und wünsche Euch viel Erfolg.

GAY-hört